Zweig
Im Bandweberhaus des Freilichtmuseums gefertigte Bänder

20 Jahre Freilichtmuseum

Pfingstsonntag und -montag, 20. und 21.5.2018; 10.00 – 18.00 Uhr

Zum 20. Geburtstag des LVR-Freilichtmuseums Lindlar öffnet am 20. und 21. Mai (Pfingsten) die neue Baugruppe "Am Mühlenberg" mit zahlreichen Handwerksvorführungen und Mitmachaktionen. Der Eintritt beträgt 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Erstmals ist auch die Feldbahn des Museumsfördervereins in Betrieb.

In der Baugruppe "Am Mühlenberg" gewähren das Forsthaus aus Bergisch Gladbach-Broichen, das Wohnstallhaus aus Nümbrecht-Lindscheid und die Rekonstruktion der St. Barbara-Kapelle aus Rösrath-Hellenthal Einblicke in das Leben und Arbeiten der Region. Ein weiterer Themenschwerpunkt widmet sich der Grauwacke.

Die ersten Entwürfe des Forsthauses aus Bergisch Gladbach-Broichen reichen bis in das Jahr 1931 zurück. Zwischen 1940 und 1965 bewohnte die Försterfamilie Besgen das Anwesen. Aus dieser Zeit sind neben originalen Ausstattungsgegenständen auch zahlreiche Fotografien erhalten. Die Erinnerungen der Familienmitglieder über das Leben am Rand des Königsforsts finden in der musealen Präsentation Berücksichtigung. Ein Ausstellungsbereich informiert zudem über die ökologische Bedeutung des Waldes im Kontext von Nachhaltigkeit und Klimawandel. Auch die Waldschule von Wald und Holz NRW findet hier ihre neue Heimat.

Die 1693 errichtete St. Barbara-Kapelle aus Rösrath-Hellenthal steht heute unter Denkmalschutz. Durch das Engagement des Vereins der Freunde und Förderer des Bergischen Freilichtmuseums Lindlar e. V. entstand am höchsten Punkt des Museumsgeländes – mit weitem Blick über das Lingenbachtal – eine identische Rekonstruktion. Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beteiligten sich am Aufbau.

Aus dem Oberbergischen Kreis stammt das Wohnstallhaus aus Nümbrecht-Lindscheid. Der um 1680 errichtete Bau wurde zur Mitte des 19. Jahrhunderts modernisiert und erweitert. Anhand erhaltener Inventar- und Aussteuerlisten konnten die Wohn- und Wirtschaftsräume historisch eingerichtet und um eine Uhrmacherwerkstatt ergänzt werden. Hier arbeitete um 1860 Johannes Heinrich Ohlig. Als Unikat gilt eine vom Museum übernommene Standuhr aus seiner Fertigung.

Ein Rundweg zur Grauwacke verbindet die neue Baugruppe mit dem Lingenbachtal. Der massive Stein fand Verwendung beim Bau von Kirchen und Staumauern und wurde in großen Mengen für den Straßenbau benötigt. Während in den Steinbrüchen sogenannte Stößer die Felsbrocken mit Hammer und Eisenstange lösten, gaben ihnen die Kipper die gewünschte Form. Heute prägen Radlader, Muldenkipper und hochtechnisierte Brecheranlagen die noch bestehenden Betriebe. Früh belegt ist auch der Einsatz von Feldbahnen. Schmale Gleisstränge fanden sich in vielen größeren Betrieben der Region.

Bildergalerie (zum Vergrößern Bild anklicken)

  • Die neue Baugruppe „Am Mühlenberg“ ist mit dem Museumsgelände durch zwei Tunnelröhren verbunden.
  • Das Wohnstallhaus Lindscheid
  • Das Wohnstallhaus aus Nümbrecht-Lindscheid kurz nach seiner Versetzung in die neue Baugruppe
  • Vom Wohnstallhaus geht es steil bergauf zur St. Barbara-Kapelle aus Hellenthal.
  • Die St. Barbara-Kapelle in der neuen Baugruppe, im Hintergrund das Forsthaus aus Broichen
  • Die St. Barbara-Kapelle ist eine vorbildgetreue Rekonstruktion.
  • Auf dem höchsten Punkt kann man die Aussicht auf das Museumsgelände und die Gemeinde Lindlar genießen.
  • Das Forsthaus aus Broichen stand ursprünglich am Rande des Königsforstes in Bensberg.
  • Im stattlichen Forsthaus Broichen wird eine interaktive Ausstellung über die Themen Klimawandel, Nachhaltigkeit und Waldwirtschaft zu sehen sein.
  • Die Giebelseite des Forsthauses Broichen
  • Ein Blick in die neue Baugruppe „Am Mühlenberg“ im Gelände des LVR-Freilichtmuseums Lindlar.