Zweige mit Schnee
Im Bandweberhaus des Freilichtmuseums gefertigte Bänder

ERNA: Praxisbausteine „Ernährung und Nachhaltigkeit“

Ein Modellprojekt, gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen

Ernährung spielt in der Gesellschaft eine immer bedeutendere Rolle und prägt mit all ihren Facetten das Zusammenspiel zahlreicher Akteure aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Politik, Sport und Umwelt. In Anbetracht zunehmender ernährungsassoziierter Erkrankungen und der Forderung nach einer nachhaltigen Ernährung hat das Thema an Schulen in den letzten Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen.

Das Wissen über und die Wertschätzung für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und der damit verbundenen Arbeit ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen stark zurückgegangen. Verzehrbereite und gut verpackte Produkte verraten auf den ersten Blick nichts über ihren komplizierten Weg vom Stall und Acker über die industrielle Verarbeitung und den oftmals weltweiten Handel in die heimische Küche. Es ist kaum verwunderlich, dass viele Kinder und Jugendliche nicht ahnen, welcher Zusammenhang zwischen den Fleischstückchen im Burger und dem grasenden Rind auf der Weide besteht. Auch die Erkenntnis, dass ihr Konsumverhalten womöglich einen negativen Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht hat und möglicherweise zu sozialer Ungerechtigkeit führt, ist für viele Kinder und Jugendliche nicht naheliegend.

Mit »ERNA« wird Schülern und Schülerinnen das Thema Ernährung fachlich näher gebracht. Durch die Vermittlung systematischer Kompetenzen werden die Kinder und Jugendliche im Beziehungsgefüge Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik handlungs- und zukunftsfähig gemacht. Abgestimmt auf die Kernlehrpläne in den Fächern Ernährungslehre, Sachunterricht, Biologie oder Erdkunde/Geschichte/Politik werden gemeinsam mit den Schulen handlungsorientierte Praxisbausteine zum Themenfeld „Ernährung und Nachhaltigkeit“ entwickelt. Vermittelt werden diese bei einem 2- bis 3-tägigen Aufenthalt im LVR-Freilichtmuseum Lindlar in der Museumsherberge im Gut Dahl. Die Schüler und Schülerinnen profitieren von der Praxisnähe und der Lernumgebung: Theoretische Inhalte werden durch den praktischen Input konkret und erfahrbar. Dabei haben die Kinder und Jugendlichen ausreichend Zeit, ihr neues Wissen aktiv und erlebnisorientiert zu verarbeiten.

Beispiele für Programminhalte der Praxisbausteine im LVR-Freilichtmuseum Lindlar:
• Methoden der landwirtschaftlichen Nutzung früher und heute
• Sich verändernde Lebensstile im Kontext regionaler/globaler Bedingungen
• Herstellung von Nahrungsmitteln im Wandel der Zeit
• Veränderungen im Ernährungsverhalten einer Gesellschaft und des Einzelnen
• Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen
• Vom Acker auf den Teller: Hintergründe zu unserem »täglichen Brot«
• Energie und Ernährung
• Fairer Handel

Lehrer und Lehrerinnen erhalten durch diese ergänzende, fachpraktische Unterstützung die Möglichkeit, die Inhalte ihrer Fächer mit eigenen Schwerpunktthemen praxisbezogen zu unterfüttern und zu vertiefen.

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